LIVCK Cloud

Incident-Richtlinien

Incident-Richtlinien legen fest, wie empfindlich LIVCK Cloud auf Störungen reagiert: wie oft ein Ausfall bestätigt werden muss, welchen Schweregrad er bekommt und wie mit Erkennung, Auflösung und Benachrichtigung umgegangen wird.

Was sind Incident-Richtlinien?

Eine Incident-Richtlinie ist ein benanntes Regelwerk auf Organisations-Ebene. Du legst sie einmal an (unter Vorfälle > Richtlinien) und weist sie deinen Services zu. Mehrere Services können sich dieselbe Richtlinie teilen.

Eine Richtlinie definiert die Regeln für:

  • Empfindlichkeit der Erkennung -- Wie viele Bestätigungsrunden und welche Mehrheit sind nötig, bevor ein Incident entsteht?
  • Schweregrad-Zuordnung -- Ab welchem Anteil ausgefallener Standorte gilt ein Incident als "Erheblich" oder "Kritisch"?
  • Automatische Auflösung -- Wird der Incident aufgelöst, wenn der Service wieder erreichbar ist?
  • Veröffentlichung & Benachrichtigung -- Erscheinen Incidents automatisch auf der Statuspage, und werden Abonnenten benachrichtigt?

Kein Ein/Aus-Schalter

Es gibt keinen Schalter, um die automatische Erkennung pro Service abzuschalten. Die Erkennung läuft immer -- die Richtlinie steuert nur, wie sie reagiert. Nur ein pausierter oder manueller Service wird nicht automatisch überwacht.

Zusammenspiel von Monitoring und Incidents

  1. Du legst Bedingungen für deinen Service fest (z.B. "Status-Code muss 200 sein")
  2. Die Monitoring-Standorte prüfen deinen Service regelmäßig
  3. Bestätigt die Mehrheit der Standorte einen Fehler, greift die Incident-Richtlinie
  4. Es wird automatisch ein Incident mit passendem Schweregrad erstellt

Monitoring-Bedingungen als Grundlage

Die Richtlinie reagiert auf die Ergebnisse deiner Monitoring-Bedingungen. Stelle sicher, dass deine Bedingungen korrekt konfiguriert sind, damit die Erkennung zuverlässig funktioniert.

Schweregrad-Zuordnung

Der Schweregrad wird nicht über ein Status-Dropdown gewählt, sondern automatisch aus dem Anteil der ausgefallenen Standorte bestimmt. In der Richtlinie legst du dafür zwei Prozent-Schwellen fest:

Anteil ausgefallener StandorteSchweregrad
Unter der Minor-Schwelle (Standard: 50 %)Gering (Minor)
Ab der Minor-Schwelle (Standard: 50 %)Erheblich (Major)
Ab der Major-Schwelle (Standard: 75 %)Kritisch (Critical)

Ein Service, der nur eingeschränkt (degraded), aber nirgends komplett ausgefallen ist, wird höchstens als Gering eingestuft.

Schwellen an Bedeutung koppeln

Für einen besonders kritischen Service kannst du die Schwellen senken, damit schon ein Teilausfall als "Kritisch" gilt. Lege dafür eine eigene Richtlinie an und weise sie dem Service zu.

Richtlinie anlegen und zuweisen

  1. Navigiere zu Vorfälle > Richtlinien und erstelle eine neue Richtlinie (oder bearbeite eine bestehende)
  2. Vergib einen Namen und passe die Einstellungen an (siehe unten)
  3. Öffne den gewünschten Service und weise ihm die Richtlinie zu

Du kannst eine Richtlinie als Standard markieren. Services ohne ausdrücklich zugewiesene Richtlinie verwenden dann automatisch diese Standard-Richtlinie.

Konfigurierbare Einstellungen

Diese Werte legst du je Richtlinie fest:

EinstellungBedeutung
Anzahl BestätigungsrundenWie viele aufeinanderfolgende Prüfrunden den Ausfall bestätigen müssen, bevor ein Incident entsteht (Standard: 3).
Mehrheits-SchwelleWelcher Anteil der Standorte den Fehler melden muss, damit er als bestätigt gilt (Standard: 50 %).
Minor-/Major-SchwelleDie beiden Prozent-Schwellen, ab denen ein Incident als "Erheblich" bzw. "Kritisch" gilt (Standard: 50 % / 75 %).
GruppierungsfensterZeitfenster, in dem mehrere kurz aufeinanderfolgende Ausfälle zu einem Incident zusammengefasst werden.
Anzahl Recovery-RundenWie viele aufeinanderfolgende erfolgreiche Runden nötig sind, bevor ein Incident automatisch aufgelöst wird (Standard: 2).
Reopen-SchonfristKurzes Zeitfenster nach der Auflösung, in dem ein erneuter Ausfall dem gerade aufgelösten Vorfall zugeordnet wird, statt einen neuen Incident anzulegen.
Flap-DetectionErkennt "wackelnde" Services, die schnell zwischen erreichbar und ausgefallen wechseln, und verzögert deren automatische Auflösung. An/aus schaltbar.
Erinnerung nach X StundenErinnert dein Team, wenn ein Incident nach der angegebenen Zeit noch offen ist.
Standard-BenachrichtigungOb Statuspage-Abonnenten bei automatischen Incidents standardmäßig benachrichtigt werden.
Automatische AuflösungOb der Incident aufgelöst wird, sobald der Service wieder stabil erreichbar ist.
Automatische VeröffentlichungOb automatische Incidents sofort auf der Statuspage erscheinen oder zunächst als Entwurf entstehen.

Welche Services verwenden welche Richtlinie?

Jeder Service kann seine eigene Incident-Richtlinie haben, sodass LIVCK individuell auf Ausfälle reagiert.

Ohne Richtlinie greifen Standardwerte

Auch ein Service ohne zugewiesene Richtlinie erzeugt weiterhin automatische Incidents -- dann greifen die System-Standardwerte (bzw. deine Standard-Richtlinie). Eine eigene Richtlinie brauchst du also nur, wenn du von diesen Vorgaben abweichen möchtest.


Weiterführende Themen