LIVCK Cloud

Agent installieren

Die Installation ist ein einziger Befehl. Danach meldet sich der Server selbstständig bei LIVCK an und schickt innerhalb einer Minute den ersten Messwert.

Voraussetzungen

BetriebssystemLinux mit systemd
GetestetUbuntu 22.04 / 24.04, Debian 12 / 13, RHEL 9
Best effortRocky Linux 9, AlmaLinux 9, CentOS Stream 9 -- der Installer bricht nicht ab, die Kombination ist aber nicht Teil der getesteten Matrix
Architekturx86-64 oder ARM64 (aarch64)
Netzwerkausgehendes HTTPS (Port 443) zu get.livck.cloud, app.livck.cloud und ingest.livck.cloud
Rechteroot für die Installation
Werkzeugecurl und systemctl müssen vorhanden sein

Container werden nicht unterstützt

In Docker, LXC oder einem Kubernetes-Pod bricht der Installer bewusst ab. In einem Container sind CPU-, Speicher- und Festplattenwerte aus /proc die des Hosts oder des Namespace -- die Messwerte wären schlicht nicht aussagekräftig. Überwache stattdessen den Host, auf dem die Container laufen.

Andere Distributionen mit systemd (z.B. openSUSE) installiert der Agent auf eigene Verantwortung: der Installer gibt eine Warnung aus und macht weiter. Ohne systemd -- etwa auf Alpine mit OpenRC -- bricht er ab.

Schritt 1: Server in LIVCK anlegen

  1. Klicke in der Seitenleiste unter Überwachung auf Server
  2. Klicke auf "Server hinzufügen"
  3. Wähle, wie viele Server du verbinden willst:
    • Einen Server -- erzeugt einen Einmal-Token, der nach der ersten Anmeldung verfällt
    • Mehrere Server -- erzeugt einen Mehrfach-Token für bis zu 50 Server, 90 Tage gültig
  4. Klicke auf "Weiter" -- LIVCK zeigt dir den fertigen Installationsbefehl

Der Dialog bleibt offen und aktualisiert sich von selbst, sobald sich dein Server meldet.

Schritt 2: Befehl auf dem Server ausführen

Der Befehl sieht so aus -- den echten Token bekommst du im Dialog:

curl -fsSL https://get.livck.cloud/install.sh | sudo sh -s -- --token lve_DEIN_TOKEN

Optional kannst du dem Server gleich einen Namen und Tags mitgeben:

curl -fsSL https://get.livck.cloud/install.sh | sudo sh -s -- \
  --token lve_DEIN_TOKEN --name web-01 --tag env:prod --tag team:platform

Ohne --name verwendet LIVCK den Hostnamen des Servers.

Token nicht in der Shell-History

Wenn der Token nicht in ~/.bash_history oder in /proc/<pid>/cmdline landen soll, schreib ihn in eine temporäre Datei und übergib sie mit --token-file:

sudo sh <<'EOF'
umask 077
tf=$(mktemp); trap 'rm -f "$tf"' EXIT
cat > "$tf" <<'TOKEN'
lve_DEIN_TOKEN
TOKEN
curl -fsSL https://get.livck.cloud/install.sh | sh -s -- --token-file "$tf" --name web-01
EOF

Was der Installer macht

  1. Prüft Betriebssystem, Architektur, systemd und dass kein Container vorliegt -- passt etwas nicht, bricht er ab, bevor er irgendetwas ändert
  2. Lädt das passende Paket von get.livck.cloud und vergleicht es mit der veröffentlichten SHA-256-Prüfsumme
  3. Installiert ein .deb bzw. .rpm, wenn dein System einen der beiden Paketmanager hat -- sonst legt er die statische Binary direkt ab
  4. Legt den Systembenutzer livck-agent an
  5. Startet den Dienst und meldet den Server mit deinem Token bei LIVCK an

Was auf dem Server landet

PfadInhalt
/usr/bin/livck-agentdie Programmdatei
/usr/lib/systemd/system/livck-agent.serviceder Dienst, der die Messung erledigt
/usr/lib/systemd/system/livck-agent-update.timerder stündliche Timer für automatische Updates
/etc/livck-agent/optionale Konfiguration (z.B. Proxy-Einstellungen)
/var/lib/livck-agent/Identität, Zugangstoken und Zwischenspeicher -- nur für den Dienstbenutzer lesbar

Der Dienst läuft unter dem eigenen, unprivilegierten Benutzer livck-agent -- nicht als root. Details zur Absicherung stehen unter Sicherheit & Transparenz.

Schritt 3: Ergebnis prüfen

In der Serverliste erscheint dein Server zunächst mit dem Zustand Warte auf Agent und wechselt nach dem ersten Report auf Online. Danach kannst du:

Passiert nichts, hilft Fehlerbehebung weiter.

Enrollment-Tokens verwalten

Ein Enrollment-Token ist ein einmaliges Anmelde-Kennwort für neue Server. Es gehört zur Organisation, nicht zu einem einzelnen Server. Sobald ein Server angemeldet ist, braucht er den Token nicht mehr -- er bekommt beim Anmelden seinen eigenen Zugang, den er selbstständig turnusmäßig erneuert.

Alle Tokens findest du unter EinstellungenOrganisationEnrollment-Tokens.

TypWiederverwendbarStandard-Gültigkeit
Einzelnnein -- verfällt nach der ersten Anmeldung1 Tag
Fleetja -- bis zu 50 Server90 Tage

Der Fleet-Token ist gedacht für Terraform, Cloud-init, Ansible oder ein Golden Image: einmal ausrollen, viele Server melden sich an.

In der Übersicht siehst du je Token Name, Typ, Verwendungen, Status (Aktiv, Widerrufen, Abgelaufen, Aufgebraucht), Ablaufdatum und wer ihn erstellt hat. Zwei Aktionen stehen zur Verfügung:

  • Rotieren -- der alte Token wird sofort ungültig, ein neuer erscheint einmalig im Klartext. Bereits angebundene Server sind nicht betroffen.
  • Widerrufen -- der Token wird dauerhaft ungültig. Bereits angebundene Server bleiben verbunden.

Der Klartext wird nur einmal angezeigt

LIVCK speichert Tokens nur als Prüfsumme. Wenn du das Fenster schließt, ist der Klartext weg -- dann rotierst du den Token oder erstellst einen neuen.

Der Agent auf der Kommandozeile

Alle Befehle laufen als root:

BefehlZweck
livck-agent statusMomentaufnahme: Phase, Erreichbarkeit von LIVCK, aktive Konfiguration, Ressourcenverbrauch
livck-agent doctorSelbstdiagnose: Plattform, Zeitabweichung, Netzwerkverbindung -- verändert nichts
livck-agent versioninstallierte Version
livck-agent upgrademanuelles Update (--check zeigt nur an, ob eines vorliegt)
livck-agent enroll --token lve_…Server (erneut) anmelden
livck-agent resetlokale Identität löschen, Installation behalten -- für eine saubere Neuanmeldung
livck-agent uninstallDienst stoppen, Agent entfernen und Reste löschen

Hinter einem Proxy

Braucht dein Server einen HTTP-Proxy für ausgehende Verbindungen, hinterlege ihn einmalig:

sudo cp /etc/livck-agent/agent.env.example /etc/livck-agent/agent.env
sudo nano /etc/livck-agent/agent.env      # HTTPS_PROXY / HTTP_PROXY / NO_PROXY setzen
sudo systemctl restart livck-agent

Zugangsdaten im Proxy-URL

Enthält die Proxy-Adresse Benutzername und Passwort, setze anschließend sudo chmod 0600 /etc/livck-agent/agent.env.

Server wieder entfernen

Ein Server verschwindet erst vollständig, wenn du beide Seiten aufräumst.

Auf dem Server

sudo livck-agent uninstall

Das stoppt Dienst und Update-Timer, entfernt das Paket bzw. die Binary und löscht Konfiguration, Zwischenspeicher und den Systembenutzer. Mit --keep-data bleiben Identität und Konfiguration liegen -- praktisch, wenn du gleich neu installieren willst.

Der Agent meldet die Deinstallation an LIVCK: Der Server wechselt in der Konsole in den Zustand Deinstalliert und wird pausiert. Installierst du ihn später erneut, läuft er einfach weiter.

In LIVCK

Der Eintrag samt Verlauf bleibt bestehen, bis du ihn löschst: in der Serverliste über das Papierkorb-Symbol oder über Löschen in der Mehrfachauswahl. Der Bestätigungsdialog heißt "Server trennen".

Löschen ist endgültig

Mit dem Server werden alle zugehörigen Metriken, Ereignisse und die Historie gelöscht. Das lässt sich nicht rückgängig machen.

Nur die Überwachung pausieren

Willst du den Server behalten, aber vorübergehend keine Alarme bekommen, markierst du ihn in der Serverliste und wählst Pausieren. Mit Fortsetzen geht es weiter.

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