LIVCK Cloud

Was gemessen wird

Der Agent erhebt eine bewusst kurze, kuratierte Liste von Kennzahlen -- keine tausend Metriken, sondern die, die dir bei einem Ausfall tatsächlich weiterhelfen. Alle stammen aus den Statistik-Schnittstellen des Kernels; keine liest Inhalte deiner Anwendungen. Details dazu unter Sicherheit & Transparenz.

Wie oft gemessen wird

Der Agent tastet die Werte im Sekundentakt-Bereich ab und schickt sie gebündelt im Report-Intervall an LIVCK. Das Intervall stellst du je Server ein: Server → Server öffnen → BearbeitenKonfigurationReport-Intervall.

PlanKürzestes Report-Intervall
Free120 Sekunden
Ab Solo-Plan Solo60 Sekunden
Ab Team-Plan Team30 Sekunden
Ab Business-Plan Business30 Sekunden

Länger geht bis zu einer Stunde. Kürzere Intervalle bedeuten feinere Diagramme und schnellere Alarme -- der Ressourcenverbrauch auf dem Server ändert sich dadurch praktisch nicht.

Kurze Ausfälle gehen nicht verloren

Erreicht der Server LIVCK vorübergehend nicht, puffert der Agent die Messwerte und liefert sie nach, sobald die Verbindung zurück ist. Auch ein sauberer Neustart geht nicht verloren -- der Puffer wird vor dem Beenden auf die Platte geschrieben.

Prozessor & Systemlast

MesswertWas er dir sagt
CPU-Auslastung gesamtWie ausgelastet der Prozessor ist -- der wichtigste Einzelwert
User / System / I/O-WaitWofür die CPU-Zeit draufgeht: eigene Programme, Kernel, oder Warten auf die Festplatte. Hoher I/O-Wait heißt: nicht die CPU ist das Problem, sondern der Speicher
StealWie viel CPU-Zeit dir dein Virtualisierungs-Host wegnimmt. Dauerhaft hohe Werte heißen: dein Cloud-Nachbar ist zu laut
Systemlast 1 / 5 / 15 Min.Wie viele Prozesse im Schnitt auf Ausführung warten -- der klassische Load Average
Prozesse gesamt / ZombiesAnzahl laufender Prozesse; viele Zombie-Prozesse deuten auf eine fehlerhafte Anwendung hin
LaufzeitWie lange der Server ohne Neustart läuft

Der Agent sammelt keine Prozessdaten

Er zählt Prozesse, liest aber weder Namen noch Kommandozeilen. Eine „Top-Prozesse"-Liste gibt es bewusst nicht.

Arbeitsspeicher

MesswertWas er dir sagt
Belegt / Verfügbar / GesamtDie Grundwerte. Achte auf verfügbar, nicht auf belegt -- Linux nutzt freien Speicher absichtlich als Cache
Cache / PufferDer Anteil, den der Kernel jederzeit wieder freigeben kann
Belegung in ProzentDer Wert, auf den du üblicherweise eine Alarm-Regel setzt
Out-of-Memory-KillsWie oft der Kernel einen Prozess wegen Speichermangel abgeschossen hat. Steigt der Zähler, gibt es zusätzlich ein Ereignis
Swap gesamt / belegt / in ProzentWandert dein System in den Swap, wird alles langsam -- oft der frühere Hinweis als die reine Speicherbelegung

Ressourcen-Druck (PSI)

Die Pressure Stall Information des Linux-Kernels misst, wie viel Zeit Prozesse mit Warten verbringen -- auf CPU, auf Speicher, auf die Festplatte. Sie zeigt Engpässe oft früher als reine Auslastungswerte: Eine CPU kann zu 100 % ausgelastet sein, ohne dass jemand wartet -- und bei 70 % kann trotzdem alles hakeln.

Erfasst wird der Druck auf CPU, Arbeitsspeicher und I/O.

Nicht überall verfügbar

PSI braucht einen Kernel ab Version 4.20. Auf RHEL 9 und dessen Ableitungen ist es zwar einkompiliert, aber standardmäßig deaktiviert -- es lässt sich mit dem Kernel-Parameter psi=1 und einem Neustart einschalten. Fehlt PSI, bleiben diese Werte einfach leer; alles andere funktioniert normal.

Festplatten

MesswertWas er dir sagt
Belegung je EinhängepunktBelegt, gesamt und in Prozent -- für jede eingehängte Partition getrennt
Inode-BelegungDer zweite Weg, eine Platte vollzumachen: viele winzige Dateien. „No space left on device" bei 60 % Belegung kommt daher
Lesen / Schreiben je LaufwerkDurchsatz in Byte pro Sekunde
IOPS je LaufwerkLese- und Schreiboperationen pro Sekunde -- die eigentliche Grenze bei Datenbanklast

Der Agent überspringt automatisch Pseudo- und Netzwerkdateisysteme und meldet sys.agent.stuck_mounts, wenn ein Einhängepunkt nicht mehr antwortet -- ein zuverlässiger Frühwarnwert für hängende NFS-Mounts.

Läuft eine Partition vollständig voll oder wird ein Dateisystem schreibgeschützt umgehängt, erzeugt der Agent zusätzlich ein Ereignis.

Netzwerk

Je Netzwerkschnittstelle:

MesswertWas er dir sagt
Empfangen / GesendetDurchsatz in Byte pro Sekunde
Empfangsfehler / SendefehlerFehlerhafte Pakete pro Sekunde -- Hinweis auf defekte Kabel, überlastete Switches oder MTU-Probleme

Die Loopback-Schnittstelle (lo) wird standardmäßig ausgelassen.

Grafikkarten (GPU)

Wird eine unterstützte GPU erkannt, misst der Agent zusätzlich Auslastung, belegten und gesamten Grafikspeicher, Temperatur und Leistungsaufnahme je Karte.

HerstellerWie ausgelesenVoraussetzung
NVIDIAüber nvidia-smiTreiber und nvidia-smi müssen installiert sein
AMDdirekt aus /syskeine zusätzliche Software nötig
Intelderzeit nicht unterstützt--

Findet der Agent keine unterstützte Karte, bleibt der Reiter Grafik in der Detailansicht leer und nennt den Grund.

Festplattengesundheit (SMART)

Ist smartctl auf dem Server installiert, liest der Agent die Gesundheitswerte deiner Laufwerke aus: Gesamtstatus, Temperatur, Abnutzung, verbleibende Reserveblöcke, reallozierte und schwebende Sektoren, Betriebsstunden, Einschaltzyklen, Medienfehler und kritische Warnungen.

SMART braucht in der Regel Root-Rechte

Der Agent läuft bewusst ohne Root-Rechte. Viele Laufwerke geben ihre SMART-Werte nur an einen privilegierten Prozess heraus -- dann bleibt der Reiter SMART leer, obwohl smartctl installiert ist. Die Detailansicht nennt dir den konkreten Grund (Werkzeug fehlt, keine unterstützten Laufwerke, Collector deaktiviert).

Erreichbarkeits-Prüfungen

Zusätzlich kann der Agent von deinem Server aus prüfen, ob andere Systeme antworten -- interne Datenbanken, Gateways, Registries oder DNS-Resolver. Gemessen werden Erreichbarkeit, Antwortzeit, Paketverlust, HTTP-Statuscode und Zertifikatsrestlaufzeit.

Das ist standardmäßig aus und wird pro Server konfiguriert: Erreichbarkeits-Prüfungen.

Der Agent über sich selbst

Damit du siehst, dass er sich benimmt: Arbeitsspeicherverbrauch, CPU-Anteil, Puffer-Füllstand und verworfene Reports. Im Normalbetrieb liegt der Verbrauch weit unter den harten Grenzen von 64 MB RAM und 40 % eines Kerns.

Server-Steckbrief

Einmalig bei der Anmeldung und danach bei Änderungen meldet der Agent: Betriebssystem und Version, Kernel, Architektur, CPU-Modell und Kernanzahl, RAM-Größe, Startzeitpunkt, Hostname, Agent-Version und ob ein Neustart aussteht. Diese Angaben findest du in der Detailansicht in der Karte Host.

Mengenbegrenzungen

Damit ein Server mit hundert Einhängepunkten die Diagramme nicht unlesbar macht, gelten Obergrenzen je Server:

KategorieHöchstzahl
Einhängepunkte20
Laufwerke (I/O)10
Netzwerkschnittstellen10
GPUs8
Laufwerke (SMART)16
Erreichbarkeits-Ziele15

Wie lange die Werte verfügbar sind

Frische Messwerte liegen in voller Auflösung vor. Ältere Zeiträume verdichtet LIVCK automatisch zu Stunden- und danach zu Tageswerten -- die Diagramme bleiben dadurch auch über 30 Tage flüssig, ohne dass Spitzen verloren gehen (Minimum, Maximum und Perzentile werden mit verdichtet).

Wie weit du zurückblicken kannst, richtet sich nach der Datenaufbewahrung deines Plans: 30 Tage (Free), 90 Tage (Solo), 180 Tage (Team), 365 Tage (Business).

Wo du die Werte siehst

  • Live-Ansicht -- Sekundentakt, solange die Detailseite offen ist
  • Detailansicht -- die letzten 60 Minuten plus Geräte-Reiter für Speicher, Grafik, SMART und Erreichbarkeit
  • Analyse -- Langzeitdiagramme mit Perzentilen über 1 Stunde bis 30 Tage
  • Alarm-Regeln -- jeder Messwert lässt sich als Schwellwert überwachen
  • Statuspage -- ausgewählte Werte öffentlich zeigen

Weiterführende Themen