Fehlerbehebung
Die zwei Befehle, mit denen du anfängst
Auf dem betroffenen Server, als root:
sudo livck-agent doctor # Selbstdiagnose: Plattform, Uhrzeit, Verbindung
sudo livck-agent status # Momentaufnahme: Phase, Konfiguration, Verbrauch
doctor verändert nichts und beantwortet die häufigsten Fragen in einem Durchlauf. Sein Exit-Code sagt dir, wie ernst es ist:
| Code | Bedeutung |
|---|---|
| 0 | Alles in Ordnung |
| 1 | Warnungen (z.B. Zeitabweichung, PSI nicht verfügbar) -- der Agent läuft trotzdem |
| 2 | Harte Laufzeitfehler |
| 3 | Die Plattform wird nicht unterstützt |
Ergänzend:
systemctl status livck-agent
journalctl -u livck-agent -n 50 --no-pager
Die Installation bricht ab
| Meldung sinngemäß | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| „containers/LXC are not supported" | Du installierst in einem Container | Installiere auf dem Host, nicht im Container -- siehe Voraussetzungen |
| „unsupported architecture" | Weder x86-64 noch ARM64 | Der Agent unterstützt derzeit nur diese beiden Architekturen |
| systemd nicht gefunden | Kein systemd (z.B. Alpine mit OpenRC) | Wird derzeit nicht unterstützt |
| Fehlende Rechte | Nicht als root ausgeführt | Mit sudo starten |
curl fehlt | Werkzeug nicht installiert | apt install curl bzw. dnf install curl |
| „checksum mismatch" | Die heruntergeladene Datei passt nicht zur veröffentlichten Prüfsumme | Später erneut versuchen; tritt es wiederholt auf, melde es dem Support -- installiere die Datei nicht von Hand |
| „distro … is outside the tested set" | Nur eine Warnung | Die Installation läuft weiter. Getestet sind Ubuntu 22.04/24.04, Debian 12/13 und RHEL 9 |
Die Anmeldung schlägt fehl
| Ursache | Wie du sie erkennst | Lösung |
|---|---|---|
| Token abgelaufen | Einzel-Tokens gelten 1 Tag, Fleet-Tokens 90 Tage | Neuen Token erstellen -- Einstellungen → Organisation → Enrollment-Tokens |
| Token aufgebraucht | Ein Einzel-Token gilt genau einmal | Für mehrere Server einen Fleet-Token nutzen |
| Token widerrufen | Status Widerrufen in der Token-Liste | Neuen Token erstellen |
| Server-Limit erreicht | Anmeldung wird abgewiesen | Server löschen, Add-On buchen oder Plan wechseln -- siehe Grenzen & Pläne |
| Kein ausgehendes HTTPS | livck-agent doctor meldet Verbindungsfehler | Port 443 zu app.livck.cloud, ingest.livck.cloud und get.livck.cloud freigeben; hinter einem Proxy /etc/livck-agent/agent.env befüllen |
Der Server bleibt auf „Warte auf Agent"
Der Eintrag existiert, aber es kam nie ein Messwert an.
- Läuft der Dienst?
systemctl status livck-agent
Steht er auffailed, zeigtjournalctl -u livck-agent -n 50 --no-pagerden Grund. - Kommt der Server raus?
sudo livck-agent doctor
Meldet er Verbindungsprobleme, blockiert meist eine Firewall oder ein Proxy die ausgehenden Verbindungen. - Ist die Anmeldung durchgelaufen?
sudo livck-agent status
Steht dort keine gültige Identität, melde den Server erneut an:sudo livck-agent enroll --token lve_DEIN_TOKEN
Der Server wird als Offline gemeldet, läuft aber
Der Agent erreicht LIVCK nicht mehr. Häufige Ursachen:
- Dienst gestoppt --
systemctl status livck-agent, notfallssudo systemctl start livck-agent - Ausgehende Verbindungen blockiert -- eine neue Firewall-Regel, ein geänderter Proxy, ein abgelaufenes Proxy-Passwort
- Der Server ist wirklich weg -- Netzwerk, Strom oder ein Absturz. Prüfe den Verlauf: Steht dort ein Unerwarteter Neustart, war es ein Absturz
Wie lange dauert es, bis LIVCK das merkt?
Bei einem Report-Intervall von 30 Sekunden rund 1,5 Minuten, bei 120 Sekunden rund 5 Minuten. Die Kulanzspanne verhindert Fehlalarme durch einen einzelnen verspäteten Report. Details unter Serverliste & Detailansicht.
„Zeitabweichung erkannt"
Die Uhr des Servers weicht deutlich von der LIVCK-Zeit ab. Das verzerrt Zeitreihen und kann dazu führen, dass Messwerte abgewiesen werden.
timedatectl status # Ist NTP aktiv?
sudo timedatectl set-ntp true # Zeitsynchronisation einschalten
Auf abgeschotteten Netzen fehlt oft schlicht der Zugang zu einem NTP-Server -- dann hinterlege einen internen.
Der Reiter „SMART" oder „Grafik" bleibt leer
Die Detailansicht nennt jeweils den Grund:
| Hinweis | Bedeutung |
|---|---|
| „smartctl ist auf diesem Server nicht installiert" | Paket smartmontools installieren und sudo systemctl restart livck-agent |
| „Keine unterstützte GPU erkannt" | Es wurden keine NVIDIA- oder AMD-Karten gefunden. Intel-GPUs werden derzeit nicht unterstützt |
| „Collector in der Agent-Konfiguration deaktiviert" | Der Bereich ist für diesen Server abgeschaltet |
| „Noch keine Speicherdaten von diesem Host gemeldet" | Warte auf den nächsten Report |
SMART bleibt oft trotz smartctl leer
Der Agent läuft bewusst ohne Root-Rechte. Viele Laufwerke geben ihre SMART-Werte nur an einen privilegierten Prozess heraus -- dann bleiben sie leer, obwohl smartctl installiert ist. Alle anderen Werte sind davon nicht betroffen.
Keine Werte für „Ressourcen-Druck (PSI)"
PSI braucht einen Kernel ab 4.20. Auf RHEL 9 und Ableitungen ist es einkompiliert, aber standardmäßig aus:
sudo grubby --update-kernel=ALL --args=psi=1
sudo reboot
Ohne PSI funktioniert alles andere unverändert -- diese drei Werte fehlen dann einfach.
Die Live-Ansicht startet nicht
- Beim ersten Mal dauert es. Der Agent erfährt erst mit seiner nächsten Konfigurationsabfrage, dass jemand zuschaut -- das kann bis zu ein Report-Intervall dauern. Danach sind die Werte binnen Sekunden da.
- Der Server muss online sein. Ein Server im Zustand Offline oder Warte auf Agent kann nicht streamen.
- WebSocket-Verbindungen müssen erlaubt sein. Manche Unternehmens-Proxys blockieren sie -- in dem Fall bleibt die normale Detailansicht mit den Werten aus dem Report-Intervall.
„Diese Agent-Identität wird von einem anderen Host verwendet"
Klassiker nach dem Klonen einer virtuellen Maschine oder dem Erstellen eines Images mit bereits installiertem Agenten: Zwei Server melden sich mit derselben Identität.
Auf dem geklonten Server:
sudo livck-agent reset --yes
sudo livck-agent enroll --token lve_DEIN_TOKEN
Images richtig vorbereiten
Installiere den Agenten im Golden Image mit --skip-enroll oder führe vor dem Einfrieren livck-agent reset --yes aus. Jede geklonte Maschine meldet sich dann beim ersten Start selbst an -- am besten mit einem Fleet-Token über Cloud-init.
Ein Update ist fehlgeschlagen
Der Agent fällt bei Problemen automatisch auf die alte Version zurück und misst weiter. Was passiert ist, steht unter Bearbeiten → Updates und in:
sudo journalctl -u livck-agent-update.service -n 50 --no-pager
sudo livck-agent upgrade --check
Manuell nachziehen: sudo livck-agent upgrade. Mehr unter Agent-Updates.
Der Menüpunkt „Server" fehlt in der Seitenleiste
Dann fehlt dir die Berechtigung „Server-Agents verwalten". Der Owner oder ein Admin kann sie über Rollen & Berechtigungen vergeben.
Ganz von vorn anfangen
Wenn nichts hilft, ist ein sauberer Neuanfang schnell erledigt:
sudo livck-agent uninstall --yes
curl -fsSL https://get.livck.cloud/install.sh | sudo sh -s -- --token lve_NEUER_TOKEN
Lösche danach den alten Eintrag in der Serverliste, falls du ihn nicht mehr brauchst.
Weiterführende Themen
- Agent installieren -- Voraussetzungen und alle Befehle
- Serverliste & Detailansicht -- was die Zustände bedeuten
- Agent-Updates -- Auto-Update und Wartungsfenster
- Sicherheit & Transparenz -- Zugriff entziehen
- Allgemeine Fehlerbehebung -- Probleme außerhalb des Server-Monitorings