Server-Monitoring
Mit Server-Monitoring überwachst du deine eigenen Linux-Server von innen. Ein kleines Programm -- der LIVCK-Agent -- läuft auf dem Server, misst dort CPU, Arbeitsspeicher, Festplatten, Netzwerk und Systemlast und schickt die Werte an LIVCK. Dort erscheinen sie neben deinen Services, lösen bei Bedarf Alarme und Incidents aus und lassen sich auf deiner Statuspage veröffentlichen.
Der Unterschied zum klassischen Monitoring
LIVCK hat zwei Arten, deine Infrastruktur zu beobachten. Sie ergänzen sich -- sie ersetzen sich nicht.
| Uptime-Monitoring (Checks von außen) | Server-Monitoring (Agent auf dem Server) | |
|---|---|---|
| Blickwinkel | von außen, aus dem Internet | von innen, auf dem Host |
| Wer fragt wen? | LIVCK ruft deinen Dienst auf | Dein Server meldet sich bei LIVCK |
| Typische Frage | „Kommen meine Kunden auf die Seite?" | „Warum wird die Seite langsam?" |
| Beantwortet z.B. | Erreichbarkeit, Antwortzeit, Zertifikate, DNS | CPU-Last, freier Arbeitsspeicher, volle Festplatte, OOM-Kills, Neustarts |
| Installation nötig? | nein | ja, einmalig ein Befehl auf dem Server |
| Braucht offene Ports? | dein Dienst muss erreichbar sein | nein -- der Agent baut nur ausgehende Verbindungen auf |
Ein HTTP-Check sagt dir, dass deine Website ausgefallen ist. Der Agent sagt dir, warum -- weil die Root-Partition vollgelaufen ist, der Arbeitsspeicher ausging oder der Server unerwartet neu gestartet hat.
Beides zusammen ist am stärksten
Überwache denselben Server mit einem HTTP-Check von außen und mit dem Agenten von innen. Fällt nur der externe Check aus, während der Agent munter meldet, liegt das Problem eher im Netzwerk als auf dem Server.
Was der Agent kann
- Systemmetriken -- CPU, Arbeitsspeicher, Swap, Festplattenbelegung, Festplatten-I/O, Netzwerk, Systemlast und Ressourcen-Druck. Alle Messwerte im Detail
- Ereignisse -- unerwartete Neustarts, saubere Abschaltungen, Out-of-Memory-Kills, volle Festplatten, schreibgeschützte Dateisysteme. Ereignisse & Benachrichtigungen
- Alarm-Regeln -- eigene Schwellwerte („CPU über 90 % für 10 Minuten"), die einen Incident und eine Benachrichtigung auslösen. Alarm-Regeln
- Erreichbarkeits-Prüfungen -- der Agent prüft vom Server aus, ob interne Datenbanken, Gateways oder Resolver antworten. Erreichbarkeit
- Hardware -- GPU-Auslastung und SMART-Werte deiner Laufwerke, sofern der Host sie liefert
- Live-Ansicht -- Messwerte im Sekundentakt, solange du die Detailseite offen hast
- Statuspage -- ausgewählte Server-Metriken öffentlich anzeigen. Statuspage-Integration
Was der Agent nicht tut
Das ist eine bewusste Produktentscheidung, keine Roadmap-Lücke:
- Keine Fernsteuerung. Es gibt keinen Kommando-Kanal -- LIVCK kann auf deinem Server nichts ausführen, starten oder ändern.
- Keine Logs. Der Agent liest weder Journald,
/var/lognoch sonst eine Logdatei. - Keine Prozessdaten. Er zählt Prozesse, liest aber keine Prozessnamen, Kommandozeilen oder Umgebungsvariablen.
- Keine Dateiinhalte. Er liest ausschließlich Kennzahlen aus
/procund/sys.
Warum das so gebaut ist und wie du es selbst nachprüfen kannst, steht unter Sicherheit & Transparenz.
So läuft es ab
- Server anlegen -- in der Seitenleiste unter Überwachung → Server auf "Server hinzufügen" klicken. LIVCK erzeugt einen Installationsbefehl mit einem Enrollment-Token.
- Befehl ausführen -- ein Einzeiler als
rootauf dem Server. Der Agent installiert sich, meldet sich an und schickt innerhalb einer Minute den ersten Messwert. - Beobachten -- der Server erscheint in der Serverliste. Drei Standard-Alarmregeln sind schon aktiv, weitere legst du selbst an.
Die ausführliche Anleitung steht unter Agent installieren.
Ein Server ist ein Service
In LIVCK ist jeder überwachte Server intern ein Service vom Typ Server-Agent. Das hat praktische Folgen:
- Er zählt sowohl auf dein Server-Limit als auch auf dein allgemeines Service-Limit. Grenzen & Pläne
- Er kann eine Statuspage-Komponente versorgen, in Incidents auftauchen und über deine gewohnten Benachrichtigungskanäle alarmieren.
- Er lässt sich mit Tags organisieren und in der Serverliste danach filtern.
Zwei Unterschiede zu normalen Services:
- Server legst du nicht von Hand an. Sie entstehen ausschließlich, wenn sich ein Agent anmeldet.
- Sie haben eine eigene Seite. In der Services-Übersicht tauchen sie bewusst nicht auf -- sie leben unter Überwachung → Server.
Berechtigungen
Zum Verwalten von Servern brauchst du die Berechtigung "Server-Agents verwalten". Der Owner der Organisation und die Rolle Admin haben sie automatisch; für andere Rollen vergibst du sie unter Rollen & Berechtigungen. Ohne diese Berechtigung ist der Menüpunkt ausgeblendet.
Voraussetzungen auf dem Server
| Betriebssystem | Linux mit systemd |
| Getestet | Ubuntu 22.04 / 24.04, Debian 12 / 13, RHEL 9 (Rocky, AlmaLinux und CentOS Stream 9 laufen erfahrungsgemäß mit, sind aber nicht Teil der getesteten Matrix) |
| Architektur | x86-64 oder ARM64 (aarch64) |
| Netzwerk | ausgehendes HTTPS auf Port 443 -- keine eingehenden Freigaben nötig |
| Rechte | einmalig root für die Installation; der Dienst selbst läuft unter einem eigenen, unprivilegierten Benutzer |
| Nicht unterstützt | Container (Docker, LXC, Kubernetes-Pods), Windows, macOS, Systeme ohne systemd |
Details und die genauen Prüfungen des Installers: Agent installieren.
Weiterführende Themen
- Agent installieren -- Einzeiler, Enrollment-Tokens, Deinstallation
- Sicherheit & Transparenz -- Open Source, Datenfluss, Zugriff entziehen
- Was gemessen wird -- alle Messwerte in Klartext
- Serverliste & Detailansicht -- was du wo siehst, und was die Zustände bedeuten
- Alarm-Regeln -- Schwellwerte definieren
- Grenzen & Pläne -- wie viele Server pro Plan